Eine blöde Wortwiederholung in meinem eigenen Beitrag hat mich drauf gebracht, womit ich hier ja eigentlich anfangen wollte. Sprachfragen. Selbst ist nicht selst beziehungsweise selber. Selbst und selber kann nicht dasselbe sein. Selbst scheint deutscher zu sein, selber federalistischer. Aber diese Erklärung kann mir nicht genügen. Nur noch und nur mehr ist ja schliesslich auch nicht das gleiche.
November 23, 2007 um 1:44
und das gleiche und das selbe ist ja auch nicht das selbe, wie uns schon die sendung mit der maus wunderbar erklärt hat. ich freu mich auf wortspielereien!
November 23, 2007 um 3:24
Selbst und selber ist tatsächlich nicht das Gleiche. Natürlich ist selber eher Schweizerdeutsch. Aber mir scheint, das Wort selbst hat wirklich mit einem selbst zu tun, noch mehr als selber, das einfach sagen will, dass es nicht ein Anderer tat.
November 24, 2007 um 10:56
hmm… kommentar erwünscht, soso
also jetzt ernsthaft linguistisch????
… hmm…
nach … äh … sorgfältigem googeln hat sich herausgestellt, dass das sogar ziemlich viel mit etwas was mich interessiert zu tun hat, und dass daniel, mein einer „chef“, was darüber geschrieben hat…
also selbst hat einfach eine funktion mehr. beide sind sog. „intensifier“ wie z.B. „klaus (selbst) hat den fisch (selbst) gefangen“, und selbst ist zusätzlich noch ein skalares additives fokuspartikel (der partikel? das partikel?), wie in „selbst klaus hat einen fisch gefangen“, etwas was selber nicht kann.
na? gut gegoogelt, ne? aber wo jetzt der eine intensifier verwendet wird und wo der andere, da bin ich überfragt. ich sag manchmal selbst und manchmal selber…
liebe grüsse… m.
Dezember 11, 2007 um 8:58
nachtrag:
ich finde es merkwürdig, dass „herself/himself“ etc. manchmal mit „sich“ und manchmal mit „sich selbst/selber“ übersetzt wird.
warum ist in diesem fall das wort „selbst“ bzw. „selber“ nötig? steckt die bedeutung nicht in „sich“ drin?
könnte das mit verschiedenen funktionen von „sich“ zu tun haben? ich hab gestern einen vortrag gehört, in dem behauptet wurde dass es zwei arten gibt „sich“ zu benutzen, einmal unbetont, als reflexive diathese (da werdet ihr als germanisten sicher besser bescheid wissen was das ist, ich hatte das vorher noch nie gehört, aber laut wikipedia ist es dann, wenn das gleiche ding agens und patiens-rolle ausfüllt). wenn „sich“ aber betont ist, hat es diese funktion nicht, sondern verhält sich wie ein pronomen.
und wenn es mit „selbst“/“selber“ verbunden ist ist es immer zweiteres.
das wäre so eine art unterscheidung wie:
„hans wäscht sich jeden morgen“
vs.
„der krankenpfleger wäscht vormittags die kranken und nachmittags sich selbst.“
in dem ersten fall ist laut dieser theorie sich-waschen ein einheitlicheres konzept als in dem zweiten. wie findet ihr das?
und wieso wird diese unterscheidung bei „herself“ nicht gemacht?
so genug jetzt